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Aktuelles

Lesung mit der Schauspielerin Ursula Erber und dem Ensemble YOUKALI. Bewegende Texte aus acht Jahrzehnten, die Flucht, Vertreibung und Exil thematisieren. Darunter befinden sich Autoren wie Ödön von Horváth und Bert Brecht, die das Exil nach 1933 erlebten, sowie solche, die sich mit persönlichen Erlebnissen der vergangenen Jahrzehnte auseinandersetzen. Dazu gehörten mit Najet Adouani und Erik Arellana Bautista auch ehemalige Stipendiaten des Writers-in-Exile-Programms, deren Texte im durch den deutschen PEN herausgegebenen Band „Zuflucht in Deutschland“ erschienen sind.

 

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GISELA AUSPURG - VIOLONCELLO

 

 

ARTIKEL
 

Starnberger Merkur, 24.3.2011




Münchner Merkur, 28.2.2011





Starnberger Merkur, 5.10.2009

Geistreiche Melange aus Text und Ton, Trio lässt die Abenteuer des Don Quijote mit Cello, Klavier und Zitaten aufleben

 

VON RAFAEL SALA
Gauting –Vertonungen des weltberühmten Romans „Don Quijote de la Mancha“ von Miguel de Cervantes gibt es wie Sand am Meer. Doch dank der Genialität des Buches finden sich immer wieder Schlupflöcher mit einer schier unendlichen Fülle klanglicher Gestaltungsmöglichkeiten, die so sympathisch sein können wie die tolldreisten Abenteuer des Ritters von der traurigen Gestalt selbst. Eine dieser Art ist die des Pianisten und Komponisten Bastian Pusch: Im bestens besuchten Gautinger bosco feierte das Hörabenteuer „Miguel de Cervantes – Don Quijote von der Mancha“ Premiere.
Mit einer ebenso amüsanten und spritzigen wie geistreichen Melange aus Text und Ton durchstreiften Pianist Pusch, die Cellistin Gisela Auspurg und Sprecher Sebastian Hofmüller die bizarren Landschaften unter der sengenden Sonne Spaniens, die von verschrobenem Volk wie dem verrückten Edelmann und seinem ergebenen Knappen, fahrenden Händlern, Viehhirten, kauzigen Pfarrern, stolzen Wirten, Huren und schrulligen Typen bevölkert sind. All diese Charaktere kamen nuancenreich zur Geltung – durch die Musik, die Pusch und Auspurg glänzend auf die jeweiligen Gegebenheiten zuzuschneiden wussten.
Köstlich etwa, wie der schlagartig einsetzende Wahnsinn des angehenden Ritters mit Lanze, Tartsche und dem klapprigen Gaul Rosinante mit jaulenden Intervallsprüngen auf den Metallsaiten des Cellos angekündigt und sogleich in einem Klangnebel mit flirrenden Akkorden und Tremoli über den Tasten des Klaviers weitergesponnen wird. Pusch gelingt der Kunstgriff, jede Episode und sogleich in einem Klangnebel mit flirrenden Akkorden und Tremoli über den Tasten des Klaviers weitergesponnen wird. Pusch gelingt der Kunstgriff, jede Episode mit nur ein paar markanten melodischen und rhythmischen Wendungen zu würzen. Es wird der rhapsodischen Reihung der literarischen Vorlage musikalisch Rechnung getragen. Wie ein kleines Hörspiel verwebt das Trio Musik und Wort zu einem literarisch-musikalischen Erlebnis. Raffiniert gehen die Entwürfe von Cello und Klavier auf die Ritter-Erlebnisse ein, eine Mischung aus Klassik und Jazz, die – wie Auspurgs eingangs schilderte – eigens für dieses Projekt komponiert wurde.
Was ihr und ihrem Kollegen am Klavier gelang, das setzte Hofmüller, der in Gauting die Grundschule besuchte, eine Schreinerlehre absolvierte und sich später an der renommierten Otto-Falckenberg- Schule in München zum Schauspieler ausbilden ließ, trefflich in Worte um. Mit lausbubenhaftem Baierisch kolorierte der hagere Mann mit dem struppigen blonden Haar und den wasserblauen Augen den gediegenen Wortschwall seines Helden Don Quijote, und Aussprüche wie „O du, wer du auch seist, übermütiger Ritter, der du dich nahest, die Waffen des allertapfersten Irrenden anzurühren“ kamen so flugs aus seinem Mund geschossen, dass viele arge Mühe hatten, sich ein lautes Loslachen zu verkneifen. Hätte er nur weniger mit dem Zeigefinger gefuchtelt, um die Groteske gestisch herauszuschälen, der Auftritt wäre vom Allerfeinsten gewesen.
Foto: Schubauer von Jena

 

Süddeutsche Zeitung, 5.10.2009

 

Süddeutsche Zeitung, Würmtal SZ, 05.10.2009

La Mancha im Bosco,Don Quijote als Hörspiel mit zwei Gautinger Künstlern

http://www.bosco-gauting.de/images/presse/presse2009/sz20091005-1.jpg
Gauting Don Quijote de la Mancha, der Ritter von der traurigen Gestalt, zählt zu jenen Figuren der Weltliteratur, die jeder zu kennen glaubt, auch wenn er den Roman gleichen Titels noch nicht oder schon lange nicht mehr gelesen hat. Eine Gelegenheit zum (Wieder-)Entdecken boten in der Reihe "Heimspiel" im Bosco am Freitagabend drei junge Künstler, die alle aus der Gegend stammen: Cellistin Gisela Auspurg und Schauspieler Sebastian Hofmüller sind sogar in Gauting aufgewachsen und mittlerweile hierher zurückgekehrt. Gemeinsam mit dem Pianisten Bastian Pusch haben sie sich des mehr als 1200 Seiten starken Romans von Miguel de Cervantes angenommen und diesen in ein gut 90-minütiges Hörspiel verwandelt.

"Wir wussten, ehe wir anfingen, alle nicht sehr viel über diesen Stoff", bekannte Gisela Auspurg in ihrer Begrüßung, "aber wir waren sehr neugierig auf Don Quijote." Diese Neugierde ist der kurzweiligen musikalischen Lesung anzumerken und überträgt sich sofort auf das Publikum.

 Humor trägt von Beginn an die zum Hörspiel gewordene Geschichte vom nicht mehr ganz so jungen Junker, dem die übertriebene Lektüre von Rittergeschichten derart in den Kopf gestiegen ist, dass er in der Überzeugung, selber ein Ritter zu sein, auf seinem Klepper Rosinante durch die Mancha zieht, den armen Sancho zu seinem Knappen macht und schließlich sogar gegen Windmühlen kämpft, die er für widersinnige Riesen hält.

Sebastian Hofmüller lässt in seiner sprachlichen Gestaltung des Romans sämtliche Figuren lebendig werden, verleiht ihnen einen unverwechselbaren Ton und lässt auch die vielen zwischen den Zeilen stehenden Kleinigkeiten farbig hervortreten. Gisela Auspurg und Bastian Pusch schaffen mit ihren Instrumenten die Landschaft der Mancha, Licht und Klang der Szene und spüren darüberhinaus der Atmosphäre dieser Geschichte nach. Naheliegend ist, dass Anklänge an Blues und Chanson dieser tragikomischen Figur gerecht werden, aber auch Hufgetrappel des Klepppers und das Sausen der Windmühlenflügel bieten musikalisch-farbige Bilder, die der Phantasie der Zuhörer genügend Stoff liefern, um vor dem inneren Auge die Welt des Don Quijote zu erkennen.

Ein wunderbares "Heimspiel", von dem man sich am liebsten eine Fassung mit nach Hause genommen hätte.
SABINE ZAPLIN
Foto: Fuchs

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.228, Montag, den 05. Oktober 2009 , Seite 5

 

 



SZ, 22.01.2008       
                                                                           


 

SZ, 14.11.2006


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